Konzert der Brassband der LMS-Mattighofen, 18.09.2016 / 17 Uhr

Brass in Concert - das Konzert der Brass Band der Landesmusikschule Mattighofen am Sonntag,
18. September 2016 war ein ganz besonderes Erlebnis. Geboten wurde ein breites Spektrum an Klängen und Stilrichtungen innerhalb des Brass-Bereichs.
Obwohl sich im Großen Saal des Bürgerzentrums durchaus noch freie Plätz, um nicht zu sagen, freie Reihen gefunden haben, so entwickelte sich bereits nach wenigen Minuten eine besondere Atmosphäre zwischen Orchester und Publikum, die all die freien Plätze in Vergessenheit geraten ließ.
Zu hören waren Blechbläserklänge auf allerhöchstem Niveau. Der zweifelsfrei hohe  Anspruch der Stücke war aufgrund der souveränen Ausführung fast nicht wahrzunehmen. 
Der künstlerische Leiter der Brass Band Gerold Weinberger hielt das Orchester nicht nur in gekonnter Weise mit dem Taktstock zusammen, er führte auch in einer unterhaltsamen und sehr informativen Art durch das Programm.
Zwischen den Stücken erläuterte er die Entstehung der Brass Bands in Kohlewerken des 19. Jahr-hunderts, die Entstehung der Brass Band der Landesmusikschule Mattighofen und bot außerdem einen Einblick in das spezielle Instrumentarium. Weinberger erklärte unter anderem den Unterschied zwischen einer Trompete und einem Kornett und was die Besonderheit von sogenannten Es-Alt-Hörnern sei.
Eben diesen Instrumenten verdankt die Brass Band diesen unverkennbaren Sound, der mit der sich von der uns bekannten Blasmusik grundlegend unterscheidet.
Während im Blasorchester die Melodiegänge weitgehend den Flöten und Klarinetten unterliegen, übernehmen diese Funktion bei der Brass Band die zahlreichen Kornette. 
Oder stellt man einen Vergleich mit einem Sinfonieorchester an, so ständen die Kornette für die ersten Geigen, die Es-Alt-Hörner die zweiten Geigen und Bratschen, und die Baritone und Euphonien für die Celli. Das eigentliche Blech, also 2. und 3. Kornett, Posaunen und Tuben, sitzt in der Regel – und so war es auch beim Konzert - in der zweiten Reihe dahinter.
Aber auch die Rhythmusgruppe, d.h. das Schlagzeugregister sollte nicht außer Acht gelassen werden. Obgleich sie sich im Hintergrund aufhielten, so ging doch eine sehr hohe Spannung von diesen vier Personen aus, die für den Groove und das Zusammenspiel eine nicht unwesentliche Rolle spielten. Auch dieses Register war am Sonntag von wahren Könnern besetzt.
Enthusiastischen Beifall erhielten auch die Solisten Gerhard Stockhammer mit Gabriel’s Oboe von Ennio Morricone am Kornett, Thomas Stadler mit Hine e Hine – Trad. Neuseeland, arr. Peter Graham am Flügelhorn sowie Christian Lechner und Roland Schwanninger mit Flying Home von Goff Richards am Euphonium.
Wenn man bedenkt, dass lediglich ein kleiner Bruchteil des Orchesters durch professionelle Musiker besetzt war – der Rest bestand aus aktiven und ehemaligen Musikschülern - so bekommt man als Laie große Lust, sich an der Musikschule anzumelden und ans Werk zu gehen.

Zurück

Aktuelles